Bildung ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben, doch in den ländlichen Regionen Nepals bleibt dieser Schlüssel für viele Kinder unerreichbar. In der Shree Niranjana Secondary School in Belkotgadhi, Nuwakot, kämpfen Familien täglich darum, ihren Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen. Oft scheitert dieser Wunsch an den harten wirtschaftlichen Realitäten. Wir von der Maya-Nepalhilfe haben es uns zur Aufgabe gemacht, dort einzuspringen, wo die Not am größten ist. Heute möchten wir euch drei junge Menschen vorstellen, deren Weg wir durch eure Unterstützung ebnen dürfen: die Schwestern Bibika und Bibisha sowie den jungen Ganesh.
Die Schwestern Bibika und Bibisha: Ein gemeinsamer Weg aus der Armut
Alles begann mit dem Wunsch, zwei Schwestern eine Perspektive zu geben. Bibika und Bibisha Nepali sind zwei aufgeweckte Mädchen, die trotz widriger Umstände einen starken Lernwillen zeigen. Bibika besucht derzeit die 9. Klasse, während ihre jüngere Schwester Bibisha in der 8. Klasse lernt.

Foto: Die alleinerziehende Mutter mit Ihren Kindern, rechts Bibika und Bibisha
Die Situation ihrer Familie ist beispielhaft für viele Haushalte in Nuwakot. Die Mutter arbeitet hart, doch das Einkommen reicht kaum aus, um die Grundbedürfnisse der Familie zu decken. Die Kosten für die Schule sind eine Last, die sie aus eigener Kraft nicht tragen können. In Nepal ist der Schulbesuch entgegen landläufiger Meinung nicht vollständig kostenlos. Zwar werden staatliche Schulen subventioniert, doch die Nebenkosten für Einschreibgebühren, Prüfungen und die Instandhaltung der Infrastruktur summieren sich schnell. Ohne eine externe Förderung hätten Bibika und Bibisha ihre Schullaufbahn vermutlich vorzeitig abbrechen müssen, um zum Familieneinkommen beizutragen – ein Teufelskreis, der oft über Generationen hinweg bestehen bleibt.


Fotos: Hier wohnen die Mutter mit drei Kindern in einem Raum, kochen, essen, schlafen arbeiten
Ein unerwarteter Zuwachs: Ganesh bekommt seine Chance
Eigentlich lag unser Fokus zunächst allein auf den beiden Schwestern. Doch bei einem Gespräch vor Ort mit dem Schulleiter der Shree Niranjana Secondary School, Nagendra Prasad Paneru, wurde uns ein weiteres Schicksal ans Herz gelegt. Er stellte uns Ganesh Tiwari vor. Ganesh ist ein Mitschüler von Bibisha in der 8. Klasse.
Seine Geschichte berührte uns tief: Auch seine Eltern sind finanziell nicht in der Lage, die monatlichen Gebühren und die notwendigen Materialien aufzubringen. Ganesh gilt als fleißiger Schüler, dem ohne Hilfe das Ende seiner Bildungslaufbahn gedroht hätte. Für uns war schnell klar: Wir können nicht wegschauen. Dank der Flexibilität unserer Spender und der engen Zusammenarbeit mit der Schulleitung konnten wir Ganesh kurzfristig in unser Förderprogramm aufnehmen. Nun unterstützen wir nicht nur zwei, sondern drei Kinder in Nuwakot-Belkotgadhi dabei, ihren Traum von einem Abschluss zu verwirklichen.
Warum Bildung in Nepal nicht kostenlos ist
Es herrscht oft das Missverständnis, dass staatliche Schulen in Entwicklungsländern wie Nepal völlig kostenfrei zugänglich sind. Die Realität sieht anders aus. Die Schulen müssen oft „User Fees“ oder Gebühren für die laufende Verwaltung erheben, da die staatlichen Mittel nicht ausreichen. Hinzu kommen die Kosten für Verbrauchsmaterialien. Stifte, Hefte, Lineale und die vorgeschriebene Schuluniform müssen von den Eltern selbst bezahlt werden.
In einer Region wie Belkotgadhi, in der viele Menschen von der Subsistenzlandwirtschaft leben, stellen bereits kleine Beträge ein unüberwindbares Hindernis dar. Der Betrag von 9.000 Nepalesischen Rupien pro Kind – wie auf unserem offiziellen Bestätigungsschreiben der Schule vermerkt – entscheidet hier über die berufliche Zukunft. Diese Summe deckt die Gebühren für das akademische Jahr ab und stellt sicher, dass die Kinder nicht aufgrund von Zahlungsrückständen vom Unterricht ausgeschlossen werden.
Verbrauchsmaterialien: Das Werkzeug für den Erfolg
Neben den reinen Schulgebühren ist die Versorgung mit Verbrauchsmaterialien ein entscheidender Faktor. Ein Kind ohne Heft und Stift kann dem Unterricht nicht aktiv folgen. Hausaufgaben können nicht erledigt werden, und die Prüfungsvorbereitung wird unmöglich. In unserem Unterstützungspaket achten wir darauf, dass Bibika, Bibisha und Ganesh stets mit dem nötigen Material ausgestattet sind.
Es ist beeindruckend zu sehen, mit welcher Sorgfalt die Kinder ihre wenigen Materialien behandeln. Ein Schulheft ist hier kein Wegwerfartikel, sondern ein wertvolles Dokument des persönlichen Fortschritts. Durch die Übernahme dieser Kosten entlasten wir die Eltern massiv und geben ihnen die Gewissheit, dass ihre Kinder die gleichen Chancen haben wie Mitschüler aus wohlhabenderen Familien.
Die Rolle der Shree Niranjana Secondary School
Die Zusammenarbeit mit der Schulleitung vor Ort ist für den Erfolg unserer Arbeit essenziell. Nagendra Prasad Paneru, der Schulleiter, fungiert für uns als Vertrauensperson. Er kennt die familiären Hintergründe seiner Schüler genau und kann beurteilen, wo Hilfe am dringendsten benötigt wird. Das offizielle Dokument vom 15. März 2026 bestätigt den Erhalt der Mittel und garantiert, dass das Geld direkt den Kindern zugutekommt.

Die Schule ist mehr als nur ein Ort des Lernens; sie ist ein sozialer Ankerpunkt in Nuwakot. Durch die Förderung dieser drei Schüler stärken wir indirekt die gesamte Schulgemeinschaft. Wenn Kinder wie Bibika, Bibisha und Ganesh erfolgreich sind, motiviert das auch andere Familien, trotz aller Schwierigkeiten an der Bildung ihrer Kinder festzuhalten.
Nachhaltigkeit durch persönliche Patenschaften
Unser Engagement für diese drei Kinder ist nicht auf ein Jahr begrenzt. Wir verstehen Bildung als einen langfristigen Prozess. Ziel ist es, Bibika und die beiden Achtklässler Ganesh und Bibisha bis zu ihrem Schulabschluss zu begleiten. Jedes Jahr, das sie länger in der Schule verbringen, erhöht ihre Chance auf eine qualifizierte Berufsausbildung oder ein Studium später massiv.
Die Maya-Nepalhilfe setzt auf Transparenz. Jede Spende fließt direkt in Projekte wie dieses in Nuwakot. Wir sehen es als unsere Pflicht, die Brücke zwischen eurer Großzügigkeit in Deutschland und dem konkreten Bedarf in Nepal zu schlagen. Die leuchtenden Augen der Kinder und die Dankbarkeit der Eltern sind der schönste Beweis dafür, dass dieser Weg richtig ist.
Ein herzliches Dankeschön an unsere Unterstützer
Ohne euch wäre diese Hilfe nicht möglich gewesen. Dass wir Ganesh so spontan in den Kreis der geförderten Kinder aufnehmen konnten, ist ein Verdienst unserer Gemeinschaft. Ihr zeigt, dass Mitgefühl keine geografischen Grenzen kennt. Bibika, Bibisha und Ganesh haben nun die Chance, ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Wir werden euch hier auf dem Blog regelmäßig über ihre Fortschritte und ihren weiteren Weg an der Shree Niranjana Secondary School auf dem Laufenden halten. Gemeinsam verändern wir Leben – Kind für Kind, Schule für Schule
